Grippe vorbei, alles vorbei?

Traummann hat sich von seiner Grippe verabschiedet. Zumindest fast, was zur Folge hat, dass nun die liegen gebliebene Arbeit aufgeholt werden muss. Meine Mithilfe wird dankend abgelehnt. Traummann braucht keine Hilfe, auch wenn die vom Fach ist. Dafür gibt es seine Gehilfin, die sich über zusätzliche bezahlte Stunden freut. Mir bleibt das Verständnis dafür, dass nun die Arbeit vor geht und private Pläne auf ferne Zukunftsdimensionen vertagt werden müssen. Mit den besten Absichten komme ich morgens ins gemeinsame Büro, um wenigstens etwas Traummannfeeling zu genießen. An meinem Arbeitsplatz passiert nicht viel, außer dass ich Bilanz ziehe. Die gemeinsame Agentur hat wenig Gemeinsames. Wenn ich keine neuen Aufträge bringe, ist für mich keine Arbeit da. Meine Idee mit der Gehilfin ist für Traummann perfekt und für mich fatal. Seufzend denke ich an die Monate, als mein Traummann ganz alleine riesige Aufträge gestemmt hat. Es hat mir so leid getan, ihn übermüdet und abgearbeitet zu sehen. Für ein Privatleben war so gut wie kein Platz, aber die wenigen Momente, die wir zusammen ganz für uns hatten, waren reich. Nun ist die Hilfe da. Von mir gefunden und ideal für die vorgesehene Arbeit. Traummann hat weniger Stress, muss keine Nachtschichten mehr machen und entwickelt sich zum wertvollen Lehrmeister für die Gehilfin.

„Wir haben heute viel vom Tisch gebracht“, höre ich ihn immer häufiger zufrieden sagen.

Die Zweifler machen gute Arbeit. Statt diese Aussage mit einem strahlenden Lächeln zu kommentieren, bleibt mein Gesicht allzu ernst. Das gefällt Traummann nicht. Er kommt nicht auf die Idee, dass dieses „wir“ mich ausschließt. Ich bin da nicht mit drin. Und privat schließt es mich ebenso aus, denn ich spüre keinen entspannteren Traummann mit Lust auf seine Freundin. Statt kleine glückliche Momente zu erleben, sucht und leidet mein Traummann erfolgreich all diejenigen Dinge, die unser Glücklichsein verhindern. Es reicht immer noch nicht für die große gemeinsame Wohnung für unsere Patchworkfamilie – für mein Goldstück und für seine drei Teenager Besuchskinder. Da ich finanziell zur Zeit keine Hilfe bin, werde ich zum Problem, denn Traummann hat den Anspruch mich sorgenfrei zu machen. Ein schöner Anspruch, nur meine Sorgen sind nicht primär finanzieller Art. Ich will es nicht verstehen, weshalb Traummann sich den kleinen schönen Momenten verweigert, die sich uns jeden Tag bieten. Ein kleiner verliebter Spaziergang am Strand, der nichts kostet, wenig Zeit verschlingt und so reich an Energie sein kann. Einen kleinen privten „café con leche“ ungeplant, liebevoll und spontan. Überhaupt spontan, das ist so eine Sache. Da ist der Arbeitsrhythmus, der gepflegt wird und keine Ablenkungen mag, dann gibt es da noch die Entspannungsphase, die Zeit für sich selbst und die Zeit der Energielosigkeit. Damit hat mein Traummann einen vollen Tag, der keine Zeit mehr für die Ansprüche einer Freundin nebst Familienanhang läßt.

Add comment Februar 4, 2009 annastraum

Melden oder nicht melden – Krankenbesuche

Ich melde mich nicht. Er auch nicht. Weshalb auch, er hat zu tun. Ich kann nichts tun, weil meine Gedanken um ihn kreisen. Noch nie war der Wunsch nach Oberflächlichkeit so groß. Weshalb kann ich Traummann nicht wenigstens für ein paar Stunden aus meinen Gedanken bannen und damit Raum für andere Gedanken schaffen? Ich kann es nicht! Statt mich um meine Arbeit zu kümmern, suche ich planlos im Internet nach „ich weiß nicht was“. Sinnlos und dämlich. Wenn ich wenigstens alleine vor mich hin leiden könnte, aber da ist mein Kind, mein geliebtes Goldstück. Es tut so weh, in die Kinderaugen zu blicken, in denen sich mein Unglück spiegelt. Goldstück versucht alles, um seinen Mami glücklich zu machen und wird durch eine doppelt unglückliche Mami belohnt. Eine hundsmiserable Mami, die sich mindestens ebenso fühlt. Statt die von Goldstück angebotene Ablenkung anzunehmen, verziehe ich mich aufs Sofa und ziehe die Decke über mich. Mein Goldstück ist eine Seele von Menschlein. Ein ganz normaler Junge, der seine Mami wie jeder andere Kind auch auf Trab halten kann, doch immer, wenn es darauf ankommt, zeigt Goldstück Stärke. Eine beschämenswerte Stärke, denn was ist für ein Kind schlimmer, als eine unglückliche Mami, die auch den letzten Funken an Fröhlichkeit aus dem Hause treibt.

Ich falle in einen Dämmerschlaf. Für Stunden, die sich Goldstück mit Hausaufgaben und Malen vertreibt. Alles in meiner Nähe, damit er seine Mami im Blick hat. Ab und zu spüre ich seine Kinderhand auf meiner Wange. Ich fange an mich selbst zu hassen. Mit einer Zigarette nach der anderen versuche ich mein Gehirn samt den kleinen Zweiflern denktot zu machen. Als das auch nicht mehr hilft, öffne ich eine Flasche Wein. Mein Goldstück liegt schon längst und zum Glück friedlich schlafend im Bett und ich schaue mir einen romantischen Film nach dem anderen an – zusammen mit unendlich vielen Zigaretten und genügend Gläsern Wein und so lange, bis mir hundeübel ist und meine Augen von den vielen Tränen dick und leer sind.

Nach zwei Tagen ähnlicher Abendgestaltung sehe sieht mich selbst die Bäckersfrau mitleidig an. Mein Traummann dämmert mit seiner Grippe dahin, sämtliche Hoffnungen, er könne mit einem lieben Gedanken in Form einer Email oder einem Anruf an mich denken erweisen sich als hoffnungslos und ich bin es leid, von meinen zweiflerverseuchten Gedanken wach und schlaflos gehalten zu werden. Mal wieder, wie in letzter Zeit so oft, springe ich über meinen Schatten und rufe einen Freund an. Ich weiß nicht mehr weiter. Leider ist dieser gute Freund auch einer der besten Freundes meines Traummannes. Aber ich brauche einen guten Rat, von Jemanden, der mich ansatzweise kennt. Besagter Freund freut sich zwar über meinen Anruf aber weniger, dass meine rosaroten Wolken zu dunklen Schatten mutiert sind. Er ist lieb wie immer, trotzdem verläuft für mich der Anruf fatal. Ich solle nicht immer so hohe Erwartungen haben, lautet sein freundschaftlicher Rat. Dass meine Erwartungen doch schon auf ein Minimum geschrumpft sind, scheint nicht richtig anzukommen. Darf ich von meinem Traummann nicht ab und zu erwarten, dass er meine Liebe bestätigt? Wohl nicht. Ich müsse doch seine Situation verstehen. Und dann müsse sich der Arme auch noch damit auseinander setzen, dass es bei seiner Freundin finanziell alles andere als rosig aussehe. Verflixt! Schon wieder soll ich alles verstehen, mit glücklich lächelndem Gesicht und entspannt! Ich will nichts mehr verstehen, ich will nur die Liebe wieder spüren. So romantisch und tief, wie ich sie vor Monaten spüren durfte.

Eines hat der gute Freund dennoch erreicht: ich mache wieder einen gewaltigen Sprung über meinen inzwischen dick gewordenen Schatten und schaffe es, die Zweifler in Schach zu halten. Ich fahre zu meinem Traummann und lasse Goldstück alleine zu Hause. Goldstück ist überaus verständnisvoll, weil ich doch zu dem Mann fahre, den sein kleines Herz schon lange mit dem Attribut „Papa“ belegt hat und der nun auch noch krank ist.

Mit Herzklopfen fahre ich in die Stadt, meine Finger zittern und die Tür will nicht aufgehen. Auf den Treppen werde ich immer langsamer, meine Beine wollen nicht und ich muss mich zwingen, nicht auf dem Absatz kehrt zu machen. Die Wohnungstür. Leise drehe ich den Schlüssel und öffne die Tür. Im Gang ist es dämmrig. Aus dem Wohnzimmer kommt Licht. Zögernd öffne ich die Tür und merke, dass da schon wieder die Erwartung und die Hoffnung sind, die auf ein liebevolles Lächeln warten. Stattdessen empfängt mich ein leicht ungläubiger Blick, der leider mehr bemüht als liebevoll aussieht und meine nächste Aktion in eine Richtung lenkt, die mein Herz aufschreien lässt. Statt meinen Traummann liebevoll zu drücken steuere ich auf das gegenüberliegende Sofa zu und setze mich, als hätte ich den berühmten Stock im Rücken. Da sitze ich nun und knete planlos an meinen Fingern herum. Ich fühle mich fremd und einsam und das, wo ich in knapp einem Meter Entfernung meinen Traummann sehen und spüren kann. Die wenigen Worte, die wir austauschen, könnten perfekt zwei fremde Menschen übernehmen. Es sind die üblichen, die bei einem Krankenbesuch ausgetauscht werden, bei denen sowohl Patient als auch Besucher froh sind, wenn die Unterhaltung mit einem „dann gehe ich mal wieder“ verabschiedet wird. Ich will aber noch nicht gehen, nicht so und nicht so leer. Also springe ich auf und mache das einzige, was meine Anwesenheit noch erträglich machen kann; ich bereite meinem Traummann ein Genesungsgetränk. Die Aktion schenkt mir wertvolle Minuten in der Küche, bei denen ich mir nicht hilflos vorkomme. Wasser heiß machen und die Zitronen auspressen, die ich vorher liebevoll von meinem einzigen Zitronenbaum geerntet habe. Immerhin – mein Traummann schenkt mir ein kleines Lächeln, daß von meinem gequälten Herzen dankbar angenommen wird. Allerdings folgt dem Lächeln nicht viel mehr, weil Traummann nach wenigen Minuten seinen Kopf zur Seite dreht – der Wand zu und von mir abgewandt. Zeit zum Gehen. Mit ruhigen Schritten bis zur Wohnungstür und mit rasantem Tempo die rutschigen Steinstufen hinunter zur Haustür. Ich habe nur noch einen Wunsch; heim zu meinem Goldstück, dass mich wie immer mit strahlenden Augen empfängt.

Meine Gedanken kreisen und kreisen. Jede mögliche Ablenkung wird im Ansatz erstickt. Trotzdem ist da das kleine Gefühl der Zufriedenheit. Ich bin über meinen Schatten gesprungen, ich habe mich nicht trotzig zurückgezogen.

Mein nächster Krankenbesuch am folgenden Tage wird tatsächlich mit mehr Wärme honoriert, so dass ich die rutschigen Steinstufen bei meinem Abgang mit Ruhe und ohne Absturzgefahr bewältigen kann. Mein dritter Krankenbesuch wird noch besser und die kleinen Zweifler müssen eine Niederlage einstecken. Der Meter höflicher Entfernung von Sofa zu Sofa reduziert sich auf Null, denn ich liege neben meinem Traummann. Seite an Seite und unter einer Decke. Mein Herz pocht freudig und ebenso verläuft unsere Unterhaltung. Mein liebes Goldstück hat mir für seinen kranken „Wunschpapa“ aus seinem gehüteten Schokoladenvorrat ein Genesungsmitbringsel mitgegeben, was mit durchaus liebevollen Augen honoriert wird. Ein kleines Stimmungshoch schimmert in mir.

Add comment Februar 4, 2009 annastraum

Bin ich hoffnungslos zickig?

Traummann ist mal wieder krank und ich bin zickig;-). Werde das wohl in meinem hohen Alter nicht mehr lernen, dass kranke Männer erst mal sich selbst im Kopf haben, dann nur sich selbst und dann den Verlauf der möglichen Krankheit. Der Krankheitsbeginn ist natürlich auch noch typisch: „Kind hat mir die Bazillen in das Genick gehustet.“ (Kind hatte die Grippe und am Sonntag saß er im Auto hinter Traummann und bei jedem Husten verdunkelte sich das Gesicht des Fahrers mehr – klar, dachten sich die Viren und griffen an…..).

Ein finsteres Gesicht mit einem „nun bin ich auch noch krank“ schaut mich an. Ich lasse mich davon nicht abschrecken und bin ganz stolz, meine Liebe und moralische Unterstützung per Kuss auf die Lippen in eben dieses Gesicht zu drücken. Doch mein Kuss trifft gerade noch die Backe und sämtlich damit verbundenen Gefühle verpuffen im Nichts. Um mich vor möglicher Ansteckung zu schützen, fiel meinem Traummann nichts Besseres ein, als sein Gesicht vor dem drohenden Kuss mit belästigtem Ausdruck zur Seite zu drehen. Was für eine Niederlage für die Viren, die damit in mir kein neues Opfer fanden und welch ein Triumph für die kleinen Zweifler, die frisch gestärkt zum Angriff blasen! Seit Wochen lechze ich nach den kleinen Zeichen, die unsere große Liebe bestätigen und sie kommen nicht. Statt dessen wird die Macht der kleinen Zweifler größer und größer. Sie haben mich in ihren Bann gezogen. Brav und in ihrem Sinne zicke ich herum. Statt meinem Traummann mein strahlendes Lächeln zu schenken, dass er so liebt, bekommt er böse Blicke. Das mag mein Traummann überhaupt nicht. Dass die bösen Blicke von den kleinen Zweiflern gelenkt sind, spürt er natürlich nicht. Er ist ja krank und spürt in diesem Sinne nur das Unheil, nun auch noch eine scheinbar problematische Freundin zu haben. An einen Blick hinter die Kulissen der kleinen Zweifler, wo die Liebe für ihn zusammen mit größter Hilflosigkeit brennt, denkt er nicht. Ich suche mal wieder mein Heil in der Flucht und versuche durch einen Schleier aus Tränen mein Auto zu finden. Die Blicke der Passanten sind mir egal, wie im Moment alles.

Add comment Februar 4, 2009 annastraum

Wenn ein Date so einfach wäre

Mein Traummann ist einfach besser als ich. Das muss ich neidlos anerkennen. Während mich die kleinen Zweifler zu absonderlichen Handlungen und Meinungen treiben, denen meine lieben Mitmenschen hilflos ausgeliefert sind, scheint mein Traummann immun gegen die Zweiflerplage zu sein. Natürlich habe ich nach Stunden angerufen und natürlich hat mir das freudige „ach du bist es“ am anderen Ende der Leitung nicht gereicht. Wie auch, wo ich sowieso schon sauer war, dass der Freitagabend bereits wieder klanglos an seinem Ende angelangt war. Doch, ich war bemüht und stolz, die Spitzen und Dornen aus meinen Sätzen heraus halten zu können und ihnen eine humorvolle Wendung zu geben. Auch wenn ich enttäuscht war, dass ich für den morgigen Ausflug am Nachmittag nicht mit seiner Präsenz rechnen durfte. Er müsse arbeiten. Mein Vorschlag, heute noch etwas zu arbeiten fiel durch. Die Zweifler toben, weil die Arbeit, die sich an diesem Wochenende nun wirklich nicht türmt, verlockender ist, als mit Patchworkfamilienteil Freunde zu besuchen. Immerhin blieb für mich das Date am Abend. Ich kam zu spät, weil es bei den Freunden auf dem Land so lustig war. Dann war da noch der zugelaufene Hund, der ein paar Hilfeanrufe erforderte und mein Schrank wollte einfach kein kreatives Outfit ausspucken. Statt freudig erregt, trat ich angespannt betreten in die Wohnung meines Traummannes. Glücklicherweise schien auch er den höflichen Zustand und das artige Sitzen auf den Sofas nicht lange zu ertragen. Sein Vorschlag, Billard spielen zu gehen, machte die mittlerweile merkwürdig angespannte Stimmung fast wieder freudig. Der Abend war noch ganz nett. Die tiefe Freude und diese besondere Anziehung, die uns vor wenigen Monaten noch verbanden, ließen sich allerdings wieder nicht blicken. Erst brachten sie uns auf den Geschmack und nun machen sie sich so rar, dass es schmerzt. Nach einem langen, ereignislosen Schlaf am nächsten Morgen und des gewohnten Abschiedes, fange ich an, die große Erwartungen und kleine Zweifler zu hassen.

Add comment Februar 4, 2009 annastraum

Ein Anruf und das dazugehörige Date

Mein Traummann ist einfach besser als ich. Das muss ich neidlos anerkennen. Während mich die kleinen Zweifler zu absonderlichen Handlungen und Meinungen treiben, denen meine lieben Mitmenschen hilflos ausgeliefert sind, scheint mein Traummann immun gegen die Zweiflerplage zu sein. Natürlich habe ich nach Stunden angerufen und natürlich hat mir das freudige „ach du bist es“ am anderen Ende der Leitung nicht gereicht. Wie auch, wo ich sowieso schon sauer war, dass der Freitagabend bereits wieder klanglos an seinem Ende angelangt war. Doch, ich war bemüht und stolz, die Spitzen und Dornen aus meinen Sätzen heraus halten zu können und ihnen eine humorvolle Wendung zu geben. Auch wenn ich enttäuscht war, dass ich für den morgigen Ausflug am Nachmittag nicht mit seiner Präsenz rechnen durfte. Er müsse arbeiten. Mein Vorschlag, heute noch etwas zu arbeiten fiel durch. Die Zweifler toben, weil die Arbeit, die sich an diesem Wochenende nun wirklich nicht türmt, verlockender ist, als mit Patchworkfamilienteil Freunde zu besuchen. Immerhin blieb für mich das Date am Abend. Ich kam zu spät, weil es bei den Freunden auf dem Land so lustig war. Dann war da noch der zugelaufene Hund, der ein paar Hilfeanrufe erforderte und mein Schrank wollte einfach kein kreatives Outfit ausspucken. Statt freudig erregt, trat ich angespannt betreten in die Wohnung meines Traummannes. Glücklicherweise schien auch er den höflichen Zustand und das artige Sitzen auf den Sofas nicht lange zu ertragen. Sein Vorschlag, Billard spielen zu gehen, machte die mittlerweile merkwürdig angespannte Stimmung fast wieder freudig. Der Abend war noch ganz nett. Die tiefe Freude und diese besondere Anziehung, die uns vor wenigen Monaten noch verbanden, ließen sich allerdings wieder nicht blicken. Erst brachten sie uns auf den Geschmack und nun machen sie sich so rar, dass es schmerzt. Nach einem langen, ereignislosen Schlaf am nächsten Morgen und des gewohnten Abschiedes, fange ich an, die große Erwartungen und kleine Zweifler zu hassen.

Add comment Januar 22, 2009 annastraum

Liebeskummer – Angriff der kleinen Zweifler

Die kleinen Zweifler planen einen Großangriff. Diese kleinen Plagegeister scheinen auf Vermehrung programmiert zu sein und nun rasen sie seit Wochen wild und heftig in meinem Kopf herum und machen Jagd auf glückliche Gedanken und Gefühle. Rücksichtslos kreisen sie jegliches Glücksgefühl ein und machen es klein und stumm. Ich will diese Plagegeister nicht, die es schaffen, mich komplett zu lähmen. Nichts funktioniert mehr, selbst mein geliebter Optimismus flackert unzuverlässig und schwach vor sich hin. Die kleinen Zweifler haben es tatsächlich geschafft, die große Sinnfrage zu aktivieren, die mit einem zynischen wozu? sämtlichen Schaffensdrang in mir lieblos seiner Würze und Energie beraut. Ich hasse sie, diese kleinen Plagegeister! Sie legen mir spitze Bemerkungen in den Mund, lassen mein Lachen selten werden und den Glauben an meine romantische Liebe verlieren.

Eine Liebe, von der ich glaubte, dass sie reichen würde ein schönes und buntes Patchwork zu vollenden. Stattdessen sehe ich nun bunte Flicken, die wild durcheinander liegen und Nähte, die sich in Auflösung befinden. Wie schön wäre es, wenn ich dieses Desaster jemanden zeigen könnte, wenn es sich auf dem unaufgeräumten Tisch in unserem Salon befände. Leider ist auch diese Desaster irgendwo in meinem Kopf untergebracht, denn bei meinem ganz persönlichen Patchwork handelt es sich natürlich nicht um eine Decke sondern um eine Familie. Eine Familie, die viele Jahre in meinen Träumen existierte und die nun Realität geworden ist. Nur wie das mit Träumen so ist, hält die Realität einige Überraschungen parat. Da gibt es nun meinen Traummann, den ich heute Morgen versetzt habe, weil ich es vorzog, mir die Decke über den Kopf zu ziehen und den kleinen Zweiflern zu lauschen. Zugegeben, ich war etwas sauer, weil besagter Traummann es gestern Abend vorzog in seine Wohnung zu fahren. Es war ein schöner Abend, der die kleinen Zweifler fasst zum Verstummen gebracht hätte. Aber wenn sich am nächsten Morgen die Putzfrau angekündigt hat und der gewohnte Arbeitsrhythmus äußerst störanfällig ist, dann hat mein Traummann kein Verständnis für romantische Gedanken. Klar, dass nach dem etwas zickigen Abschied meinerseits, die kleinen Zweifler frisch und aufgeweckt in den folgenden Stunden mein Denken dominierten. Deshalb meine Flucht unter die Decke, nachdem ich brav mein Kind in die Schule gefahren hatte. Und dann meldet sich der Traummann nicht einmal. Kein Anruf. Das macht er nicht, denn wenn die Freundin zickig ist, dann ist Abwarten angesagt. Das kenne ich schon von anderen Gelegenheiten. Dabei habe ich meine berühmte Zickigkeit im Laufe der Jahre schon ziemlich zahm gemacht. Deshalb gab es dann heute Nachmittag eine kleine nette Email – zugegeben, die war vielleicht etwas kühl aber zwischen den Zeilen hatte ich so viele Signale für ein „ruf an“ eingebaut. Wahrscheinlich nicht gut genug oder nicht beachtenswürdig. Klar, es ist Freitag. Erst muss die Putzfrau ihre Arbeit machen und dann kommt die viele Arbeit, die mein Traummann auf seinem Schreibtisch hat. Dann kommt die Siesta. Und mein Neid – wie kann er nur seine Siesta schlafen, wenn die Freundin tieftraurig auf einen Liebesbeweis wartet. Aber das kann er gut. Und jetzt. Jetzt ist Freitagabend und ich hätte sogar einen Babysitter. Meine Mutter ist zu Besuch. Schon die ganze Woche und mein Traummann fährt sein eigenes Programm. Noch zwei Tage und er lässt die Chancen verstreichen. Dabei haben wir so selten die Gelegenheit, Zeit für uns zwei zu haben. Ab nächste Woche bin ich wieder Fulltime-Mami. Sieben Tage die Woche. Einen Babysitter kann ich zur Zeit nicht organisieren und ich sehe schon die nächste Gelegenheit vor mir, in denen das Thema „wir brauchen auch Zeit für uns zwei“ auf den Tisch kommt. Dumm nur, dass die Lösung von mir erwartet wird und mir dafür die Hände gebunden sind. Meine Familie lebt zwei Flugstunden von uns entfernt und den berühmten „Wochenend-Papi“ gibt es nicht. Mal sehen, wie ich die kleinen Zweifler in den nächsten Stunden zum Verstummen bringen kann.

Add comment Januar 21, 2009 annastraum

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1 comment Januar 21, 2009 annastraum

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